12.02.2020 15:13

Wil West - viel Fluch, kaum Segen

Wil West ist als Strassenbauprojekt entstanden, das in seiner schieren Grösse niemals zu rechtfertigen ist, ausser man schafft zusätzlichen Bedarf. Die dafür notwendige extra Verschwendung von Grünfläche und das zubetonierte Landwirtschaftsland nennt man beschönigend «Arealentwicklung». Verkauft wird dieser Unsinn als Förderung der Wirtschaft der Region Wil. Wil West soll eine Verkehrsentlastung bringen. Das Gegenteil wird der Fall sein. Ein neuer Autobahnanschluss und ein riesiges, neues Industriegebiet werden zu massivem Mehrverkehr führen. Wer darüber hinaus einen Autobahnzubringer mit vielen Millionen Fahrten, Schwerverkehr inklusive, in den Stadtteil Bronschhofen plant und diesen im Wohnquartier ans Strassennetz anschliessen will, dem ist der Schutz der Bevölkerung egal, anders lautende Aussagen sind unglaubwürdig. Mit dem Vierzigtönner von Konstanz durch Bronschhofen auf die Autobahn - die Verkehrshölle lässt grüssen - doch solches wäre zu erwarten. Das Projekt soll Arbeitsplätze und Wohnorte näher zusammen bringen. Das ist entweder sehr naiv gedacht oder ein weiteres Mittel die Unvernunft zu propagieren. Der Mensch hat seine Wurzeln meist dort wo er wohnt und da bleibt er auch gerne. Er wird oft lieber zum Pendler. Dank der neuen grosszügig gebauten Strassen geht das dann am einfachsten mit dem privaten Fahrzeug. Dagegen wirken die zusätzlichen ÖV Haltestellen als Alibi und blosse Pflästerli. Nimmt man Umwelt- und Landschaftsschutz ernst, dann sind Brachen und schlecht oder gar nicht genutzte Areale in urbanem Raum zu nutzen. Wer die Bevölkerung tatsächlich schützen will, leitet keine neuen Verkehrslawinen in Wohngebiete.

Thomas Vögeli, Bronschhofen