Ramon Oswald und Pascal Weber haben vor einigen Jahren ihre Berufslehre bei der Willy Rohner AG gemacht. Nun ist das Unternehmen konkurs gegangen.
1/1 Ramon Oswald und Pascal Weber haben vor einigen Jahren ihre Berufslehre bei der Willy Rohner AG gemacht. Nun ist das Unternehmen konkurs gegangen.
14.03.2020 07:00

«Was auffiel, war die hohe Fluktuationsrate»

Die Willy Rohner AG ist in Konkurs gegangen. Ende Februar mussten die Geschäftstätigkeiten per sofort eingestellt werden. Ramon Oswald und Pascal Weber haben vor einigen Jahren ihre Berufslehre im Sanitärgeschäft absolviert. Sie erzählen, wie sie ihre Zeit im Unternehmen erlebt haben.

Wilen Die Willy Rohner AG hat geschlossen, die Türe ist zu. Nur am Morgen würde jeweils Licht brennen. «Ich vermute, dass das Konkursamt am Inventar dran ist», sagt Ramon Oswald, der direkt gegenüber wohnt. Er und sein Kollege Pascal Weber haben vor einigen Jahren ihre Berufslehre im Sanitärgeschäft gemacht. Sie haben während ihrer Zeit noch Willy Rohner erlebt, der das Geschäft 1970 gründete. «Er war ein toller Typ», sagt Pascal Weber. «Willy hat sich immer um die Mitarbeitenden und Lernenden gekümmert.» Dann haben die Söhne Markus und Hanspeter das Unternehmen übernommen. Sie waren seit 1984 im Familienbetrieb tätig. Vor fünf Jahren zog das Unternehmen von Wil in den Neubau in Wilen. Ist da der erste Fehler passiert?

Büroräumlichkeiten zu gross

Eine andere Quelle vermutet, dass das Verhältnis zwischen Büroräumlichkeiten und Werkstatt nicht gepasst hätte. Der Büroapparat samt Personal sei zu gross gewesen. Doch die beiden Ex-Lernenden können nichts Schlechtes gegen die Inhaber sagen. «Uns ging es gut und wir sind gut ausgebildet worden», sagt Weber. Die Zeit auf einer Baustelle sei zwar immer knapp berechnet gewesen und habe man diese nicht einhalten können, so galt es, Kompromisse zu finden. «Doch letztlich haben wir davon profitiert und waren unseren Mitschülern in der Berufsschule meilenweit voraus», erzählt Weber. Das Einzige, was auffalle, ist die hohe Fluktuationsrate. «Als ich ein paar Jahre aus der Lehre war, kannte ich niemanden mehr im Betrieb», sagt Ramon Oswald. Der Dienstälteste sei lediglich einmal eineinhalb Jahre im Unternehmen gewesen. Trotzdem blicken die beiden auf eine gute Zeit zurück.

«Der Konkurs tut uns leid»

«Eine Insolvenz hat niemand verdient», sagt Oswald. «Es tut mir leid, dass es so gekommen ist.» Auch Pascal Weber war überrascht, als ihn in seinen Ferien die Nachricht erreichte. «Ich war schockiert. Das hat man nicht kommen sehen.» An was es letztlich gelegen hat, können die beiden nicht sagen. «Ich möchte keine Behauptungen anstellen», sagt Weber. «Es ist jetzt auch schon eine Weile her, seit wir bei der Willy Rohner AG gearbeitet haben. In den Jahren dazwischen kann viel passiert sein.» Das Konkursamt hat den Konkurs per Ende Februar bestätigt, kann aber noch nicht viel mehr zum Fall sagen. «In nächster Zeit werden die Aktiven und Passiven aufgenommen und überprüft», so Konkursverwalterin Carole Jungi. Die Inhaber waren für eine Stellungnahme bis Redaktionsschluss nicht erreichbar. Per Tonband auf dem Telefon verweisen sie auf das Konkursamt.

Jana Cucchia