Simon Thalmann kandidiert 2020 nicht mehr als Gemeindepräsident von Niederhelfenschwil. das
1/2 Simon Thalmann kandidiert 2020 nicht mehr als Gemeindepräsident von Niederhelfenschwil. das
Simon Thalmann kandidiert 2020 nicht mehr als Gemeindepräsident von Niederhelfenschwil. das
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30.01.2020 06:55

Thalmann: «Ich bereue nichts»

Was für eine Überraschung: Vor wenigen Tagen hat Simon Thalmann, Gemeindepräsident von Niederhelfenschwil, seinen Rücktritt bekanntgegeben. Er spricht über die Gründe und darüber, was er in der Gemeinde gerne noch erreicht hätte.

Simon Thalmann, weshalb haben Sie Ihren Rücktritt bekanntgegeben?

Inzwischen bin ich acht Jahre Gemeindepräsident von Niederhelfenschwil. Bei meinem Rücktritt Ende 2020 sind es bereits deren neun. An der Tätigkeit als Gemeindepräsident hatte und habe ich immer noch grosse Freude. Ich bin aber auch überzeugt, dass jetzt für mich persönlich der richtige Zeitpunkt ist, mich nochmals neu zu orientieren. Deshalb habe ich mich entschieden, auf eine erneute Kandidatur als Gemeindepräsident zu verzichten.

Was haben Sie geplant?

Ich bin sicher, dass ich nochmals eine neue Herausforderung annehmen will.

Welche genau?

Das steht noch nicht fest. Damit die Parteien genügend Zeit haben, den Nachfolgeprozess in die Wege zu leiten, habe ich mich entschieden, meine Absicht möglichst frühzeitig zu kommunizieren. Damit will ich einen Beitrag leisten, dass für meine Nachfolge die am besten geeigneten Kandidatinnen und Kandidaten gefunden werden.

Werden Sie weiterhin im Gemeinderat bleiben?

Nein.

Wofür werden Sie sich ab Ende 2020 mehr Zeit nehmen?

Daran verliere ich bis jetzt noch keine Gedanken, da ich ja nicht in Pension gehen werde. Die nächsten gut elf Monate stehe ich noch der Gemeinde Niederhelfenschwil vor und setze mich voller Tatendrang für unsere Gemeinde ein. Ich bin überzeugt, danach wieder etwas machen zu können, das mich erfüllt und an dem ich Freude habe. Bis dahin werde ich mich mit grossem Elan und mit grosser Leidenschaft weiter für unsere Gemeinde einsetzen.

Weshalb traten Sie 2012 in den Gemeinderat ein?

Spontan denke ich, der Austausch mit der Bevölkerung sowie die Möglichkeit, für die Allgemeinheit etwas bewirken zu können, spornten mich an. Die Aufgabe des Gemeindepräsidenten ist sehr spannend, abwechslungsreich und herausfordernd. Auch rückblickend betrachtet war es die richtige Entscheidung, dass ich mich zur Wahl gestellt habe. Ich bereue nichts.

Was hätten Sie gerne noch erreicht in der Gemeinde Niederhelfenschwil?

Alles aufzuzählen, was ich gerne noch umsetzten würde, würde wohl den Rahmen sprengen. Wichtig ist mir persönlich jedoch, dass ich zusammen mit dem ganzen Gemeinderat noch folgende Aufgaben weiterbringen kann: die Sanierung des Lernschwimmbeckens Sproochbrugg, die Ortsplanungsrevision, die Schulraumplanung, Strassensanierungen, die Gemeinde weiterhin «fit für die Zukunft» zu machen und das regionale Denken zu fördern.

Welche waren Ihre grössten Erfolge in der Gemeinde?

Diese Frage ist aus meiner Sicht noch etwas verfrüht gestellt. Ich bin noch mitten in den Geschäften und werde dies auch bis Ende 2020 bleiben. Generell kann ich sagen, dass ich dann wohl auf eine spannende, intensive, lehrreiche und tolle Zeit zurückblicken kann. Eine Zeit, in der ich zusammen mit dem Gemeinderat und der Gemeindeverwaltung viel bewegen und bewirken konnte. Ich darf meiner Nachfolgerin oder meinem Nachfolger eine intakte Gemeinde übergeben. Dies ist die beste Voraussetzung, damit sie oder er die Gemeinde positiv in die Zukunft führen kann.

Welche Projekte bereiteten Ihnen Kopfzerbrechen?

Kopfzerbrechen bereiten mir keine Projekte. Selbstverständlich haben der Gemeinderat und ich Respekt vor schwierigen Problemstellungen. Wir suchen und finden aber Lösungen, auch wenn dies eine tägliche Herausforderung ist.

Was werden Sie sicher nicht vermissen?

Wie in jedem Job gibt es auch als Gemeindepräsident unangenehme Aufgaben. Ich bin jedoch ein Mensch, der auch dann das Positive sieht. Als Beispiel: Wenn ich in einer schwierigen Situation jemandem beigestanden habe, habe ich dies nicht als unangenehm empfunden, sondern hatte den Gedanken im Vordergrund, dieser Person in diesem Moment helfen zu können. Es ist aber auch so, dass man es als Gemeindepräsident nicht allen recht machen kann. Dies war auch nie mein Anspruch. Mein Anspruch ist es, dass ich alle gleich und fair behandle, ein offenes Ohr für die Anliegen der Bevölkerung habe und die Aufgaben mit bestem Wissen und Gewissen anpacke.

Darina Schweizer