Gabriel Schnell wurde für seine Masterarbeit an der PH St.Gallen als eine von zweien ausgezeichnet.
1/1 Gabriel Schnell wurde für seine Masterarbeit an der PH St.Gallen als eine von zweien ausgezeichnet.
30.01.2020 06:55

Student wird für die beste Masterarbeit ausgezeichnet

Er hat alles richtig gemacht und wurde dafür belohnt. Gabriel Schnell aus Oberwangen wurde an der Pädagogischen Hochschule St.Gallen für die beste Masterarbeit ausgezeichnet. Er erklärt, wieso sein Thema «Talentschule Musik» den Nerv der Zeit trifft und ihn die Jury lobte.

Oberwangen Gabriel Schnell, wieso wurde ausgerechnet Ihre Arbeit ausgezeichnet?

Meine Arbeit überzeugte in folgenden vier Bewertungspunkten: Originalität, Wissenschaftlichkeit, Zielstufenbezug und einer Note von mindestens 5.5. Ich glaube, dass vor allem das Kriterium «Wissenschaftlichkeit» meine Arbeit auszeichnet, da ich viele internationale Studien in meiner Arbeit verwendet habe und den empirischen Teil darauf aufbaute. Ausserdem habe ich einen grossen Teil an Daten selbst erhoben, statt bereits vorhandenes Material zu nutzen.

Was hat Ihre Arbeit, was die Ihrer Mitstudierenden nicht hatte?

Was mich von vielen anderen Arbeiten unterscheidet, ist die Bedeutsamkeit für die Bildung und die Talentförderung des Kantons. Ausserdem ist es ein sehr aktuelles Thema, welches gerade das Bildungsdepartement des Kantons St.Gallen beschäftigt.

Wieso haben Sie sich für das Thema «Talentschulen Musik» entschieden?

Ich spiele seit der dritten Primarklasse Klavier und musiziere seit dem zehnten Lebensjahr sehr viel. Aktuell spiele ich an Hochzeiten, Feierlichkeiten, Geburtstagen oder in Restaurants auf. Mich interessiert schon seit langer Zeit das Intelligenzniveau musikalischer Personen. Ich las immer wieder Artikel zu einem möglichen Zusammenhang zwischen Musikalität und Intelligenz.

Wieso ist das Thema zeitgemäss?

Talentschulen im Bereich Musik gibt es im Kanton St.Gallen seit 2008 und die Förderung von musikalischen Talenten wird in der Forschung, aber auch in der Gesellschaft wieder vermehrt thematisiert. Durch das neue Modell der Expertise möchte aber gleichzeitig auch aufgezeigt werden, dass neben dem Talent auch das Üben einen grossen Stellenwert einnimmt. Die neu geschaffene Kontroverse führte in den letzten Jahren wiederum zu internationalen Studien oder Konzepten, welche noch untersucht werden möchten.

Wie viel Zeit haben Sie in Ihre Masterarbeit investiert?

Das ist schwierig zu sagen: Ich habe im Januar 2018 mit der Themenwahl begonnen und im August 2019 die vollständige Arbeit abgegeben. Ich gehe von etwa 600 bis 700 Stunden aus, was jedoch schwierig einzuschätzen ist.

Der Aufwand hat sich gelohnt. Was bedeutet Ihnen die Auszeichnung?

Der Aufwand hat sich wirklich gelohnt: Die Auszeichnung zeigt mir, dass ich wissenschaftlich schreiben, internationale Studien miteinbeziehen und grössere empirische Studien planen, durchführen und auswerten kann.

Sie haben ein Preisgeld von 1000 Franken bekommen. Was stellen Sie damit an?

Mit diesem Geld werde ich mir etwas Spezielles gönnen. Allenfalls auf meiner Asien-Reise etwas Einzigartiges unternehmen, mir Einrichtungen für eine Wohnung gönnen (ein Klavier) oder für die Mobilität ausgeben (E-Bike für den Arbeitsweg).

Wie geht es jetzt für Sie weiter? Gönnen Sie sich eine Auszeit?

Ja, ich gönne mir nun nach dem Abschluss eine Auszeit von zehn Wochen. Ich werde noch diese Woche nach Südostasien reisen und mit meiner Freundin die Länder Thailand, Laos, Vietnam und Kambodscha erkunden.

Und wissen Sie bereits, wann und wo Sie Ihre erste Arbeitsstelle antreten werden?

Ich absolvierte ab August 2019 eine halbjährige Stellvertretung an der Sekundarschule in Eschlikon. Dort konnte ich mein letztes, sechswöchiges Praktikum berufsintegrierend durchführen und erleben. Während dieses einen Semesters arbeitete ich in einem 50 Prozent-Pensum und konnte viele positive Erfahrungen an dieser Schule miterleben.

Jana Cucchia