Sonnenhof Thurvita
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23.01.2020 08:41

Rickenbach kündigt Vertrag mit Thurvita AG: die Folgen

Seit 2013 läuft der Vertrag, nun ist Schluss. Die Gemeinde Rickenbach kündigt den Vertrag mit Thurvita. Dies trotz gesunkener Gemeindebeiträge. Ein anderer Grund sei ausschlaggebend gewesen: die zu hohen Kosten bei der Spitex. Doch Rickenbach hat einen Plan B – und erklärt seinen Entscheid.

Rickenbach Der Gemeinderat Rickenbach hat beschlossen, die Vereinbarung für ambulante und stationäre Leistungen per Ende 2020 bei Thurvita zu kündigen. Der Grund seien die zu hohen Kosten bei der Spitex. Thurvita bedauere den Entscheid, relativiert jedoch den Grund, den Rickenbach für die Kündigung nennt. «Die Kostenbeiträge der Gemeinde pro Spitex-Stunde sind seit 2013 nicht gestiegen, sondern leicht gesunken. Gemessen mit den anderen vergleichbaren Spitex-Organisationen im Kanton St.Gallen arbeitet die Thurvita-Spitex am kostengünstigsten », schreibt Arianna Maineri, Kommunikationsverantwortliche der Thurvita. Der Grund für die gestiegenen Kosten sei ein anderer.

 Nicht teurer, aber gefragter

«Das höhere Budget 2020 in der Gemeinde Rickenbach erklärt sich durch eine Mengenausdehnung im Vergleich zum Vorjahr», so Maineri. Es treffe aber zu, dass die Preise der Leistungsvereinbarung nicht den tatsächlichen Kosten entsprechen: Sie seien in den Thurvita-Pflegewohnungen zu tief, bei der Thurvita-Spitex hingegen zu hoch. «Thurvita kennt den Handlungsbedarf und ist mit den Vertragsgemeinden Wil, Wilen und Niederhelfenschwil übereingekommen, die Leistungsvereinbarung gesamthaft zu überarbeiten. Das Ziel ist, Kostenwahrheit zu schaffen», sagt die Kommunikationsverantwortliche. Leider habe der Rickenbacher Gemeinderat die wiederholte Einladung zum gemeinsamen Gespräch nicht angenommen.

 Gekürzte Leistungen

Wie Thurvita schreibt, müsse die Bevölkerung von Rickenbach ab 2021 mit weniger Leistungen rechnen. So sei es wahrscheinlich, dass in Rickenbach künftig kein Mahlzeitendienst, keine Nachtabdeckung, kein Spätdienst und keine psychiatrische Spitexleistung zur Verfügung stehen werden. Doch die Gemeinde Rickenbach hat bereits einen Plan.

 Pläne sichern die Zukunft

Der Gemeinderat habe sich bei der Zusammenführung des stationären und ambulanten Pflegeangebots vor acht Jahren eine positive Weiterentwicklung der Angebote für Rickenbach erhofft. Seien die Dienstleistungen im ambulanten Bereich stets auf gutem Niveau gewesen, habe sich bei den Kosten mit der Zeit ein anderes Bild ergeben. «Der Gemeinderat hat deshalb an seiner Klausurtagung entschieden, die Leistungsvereinbarung per 31. Dezember 2020 zu kündigen», sagt Gemeindepräsident Ivan Knobel. Ab 1. Januar 2021 werde Rickenbach die Spitex-Dienstleistungen bei der Spitex Regio Tannzapfenland beziehen. «Wir rechnen dabei mit einer Kostenreduktion von 80'000 Franken», so Knobel. Im stationären Bereich bleibe für die Rickenbacher alles beim Alten. «Ihnen stehen sämtliche Einrichtungen der Region offen», bestätigt der Gemeindepräsident. Beliebt bleibe das Alterszentrum Tannzapfenland, an welchem die Gemeinde als Genossenschafterin beteiligt ist.

Jana Cucchia