Lerchenfeld-Eigentümer Jacques Grob vor dem ausgesteckten Land in Bütschwil. das
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Lerchenfeld-Eigentümer Jacques Grob vor dem ausgesteckten Land in Bütschwil. das
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13.01.2020 06:55

Lerchenfeld-Eigentümer: «Eilig habe ich es nicht, das Land zu verkaufen»

Die gähnende Leere im Industriegebiet Lerchenfeld in Bütschwil scheint ein Ende zu nehmen: Auf dem Gelände wurden Bauvisiere aufgestellt. Eigentümer Jacques Grob verrät, welches Projekt geplant ist, wo die Ansiedlungsprobleme liegen und wieso der Landverkauf noch warten kann.

Bütschwil Es steht schon lange leer, das Industriegebiet Lerchenfeld in Bütschwil (WN vom 12. Dezember: «Lerchenfeld: Ein vergessener Standort»). Nun scheint sich aber endlich etwas zu tun. Seit ein paar Wochen stehen im Industriegebiet Bauvisiere. Und zwar direkt gegenüber der Bütschwil Käse AG, die bisher als einziges Unternehmen im Lerchenfeld angesiedelt ist. Ausgesteckt wurden die Visiere, da die Bütschwiler Metallraum AG auf dem Land bauen will. Geschäftsleiter Hansjörg Hasler (siehe Box) verrät, was die Firma plant. Ausserdem nimmt nun auch der Eigentümer des Lerchenfeldes, Jacques Grob von der Grob Kies AG, erstmals Stellung. Worin sieht er die Ansiedlungsschwierigkeiten? Und wieso drängt der Landverkauf nicht?

Leeres Land als Finanz-Reserve

Um die Hintergründe zu verstehen, muss zuerst erklärt werden, wie Jacques Grob zu dem Land im Lerchenfeld kam. In den Siebzigerjahren war sein Vater als vorgängiger Eigentümer der Grob Kies AG der Überzeugung, dass das Kies im Toggenburg bald einmal knapp werden könnte. Er hatte die Idee, dieses per Bahn zuzuführen. Deshalb kaufte er das einzige Land, das direkt an der Bahnlinie liegt – das Lerchenfeld. Zur Kiesknappheit kam es dann doch nicht. Das Land hingegen ist nach wie vor im Besitz der Grobs. Für Jacques Grob bietet dieses grosse Vorteile. Er stellt es als Realersatz den Bauern zur Verfügung, die durch den Kiesabbau der Grob Kies AG an der Wilerstrasse in Bütschwil Land hergeben mussten. So muss er keine Direktzahlungen leisten. Das Lerchenfeld dient ihm also quasi als finanzielle Reserve. «Eilig habe ich es nicht, das Land zu verkaufen», sagt Grob. Trotzdem ist Jacques Grob Interessenten gegenüber nicht abgeneigt. Zwar beteiligt er sich nicht proaktiv am Landverkauf im Lerchenfeld, doch alle Anfragen von Firmen, die sich im Industriegebiet ansiedeln möchten, werden von der Gemeinde an ihn weitergeleitet. «Ich nehme Reservationen entgegen, lege Landpreise und die Reservationsdauer fest», so Grob. Unverbindliche Anfragen gebe es reichlich. Letztes Jahr seien sämtliche Parzellen im Lerchenfeld reserviert gewesen. Aktuell existieren noch zwei verbindliche Reservationen. Eine der Bazenheider Stöckli Altmetalle GmbH und die besagte der Metallraum AG, die am 13. Dezember 2019 ihr Baugesuch eingereicht hatte.

Mögliche Gründe für Absagen

Doch aus welchem Grund entscheiden sich so viele Firmen – wie die Micarna und die Kuhn Back & Gastro AG – im letzten Moment doch gegen den Standort im Lerchenfeld? Grob hat verschiedene Vermutungen. «Einerseits gibt es diverse Vorgaben in der architektonischen Gestaltung. Auch ist die Parzellierung mit Grünzonen bereits vorgegeben. Diese Grünflächen können nicht bebaut werden. Zahlen müssen Firmen aber trotzdem für dieses Land. Und nicht zuletzt steht noch eine Bachoffenlegung aus, gegen die Einsprache erhoben wurde», so Grob. Umso mehr freut es ihn, dass sich trotz dieser Hindernisse die Metallraum AG ansiedeln möchte. Eine schrittweise Ansiedlung kommt ihm recht. So ist sowohl ihm betreffend Realersatz als auch der Gemeinde betreffend wirtschaftlicher Entwicklung gedient. Bald könnte jedoch etwas Tempo in die Ansiedlungen kommen. Denn laut der Gemeinde soll die Erschliessung des Lerchenfelds 2020 angegangen werden. So würde das Industriegebiet für Firmen interessanter. Man kann gespannt sein, wie es weitergeht.

Darina Schweizer

Hansjörg Hasler

Hansjörg Hasler, was planen Sie, im Lerchenfeld zu bauen?

Wir wollen eine Werkhalle für die Herstellung und Verarbeitung von Metall- und Stahlbauprodukten sowie Lagerplatz und Büroräumlichkeiten bauen.

Weshalb haben Sie sich fürs Lerchenfeld entschieden?

Aufgrund der Lage, Grösse und Möglichkeiten des Gebietes. Ausserdem besteht ein Überbauungsplan mit Richtlinien, die aus meiner Sicht ein Projekt positiv vorantreiben lassen. Auch die gute Verkehrsanbindung bewerte ich positiv für Kunden, Lieferanten und Mitarbeiter.

Wieso ist es so schwierig, Firmen anzusiedeln?Wenn die Langenrainstrasse erst einmal saniert ist und die Werkleitungen auch auf der östlichen Seite verlegt sind, dann wird es wahrscheinlich einfacher sein, Projekte zu realisieren. Eine Einsprache betreffend der Bachoffenlegung erschwert diese Erschliessung. Ich habe jedoch eine hohe Kooperationsbereitschaft durch Gemeinde und Werke erfahren, als ich mit ihnen das Gespräch suchte und unser Projekt vorstellte. Ich hoffe, die Erschliessung wird so bald wie möglich angegangen.