Rebekka entdeckte ihre Leidenschaft für K-Pop zufällig über die sozialen Medien.
1/2 Rebekka entdeckte ihre Leidenschaft für K-Pop zufällig über die sozialen Medien.
Ein Teil der Teilnehmerinnen mit den Choreographen Darianne und Gabriel und Infinite Entertainment-Gründer Alain Mühlenmann.
2/2 Ein Teil der Teilnehmerinnen mit den Choreographen Darianne und Gabriel und Infinite Entertainment-Gründer Alain Mühlenmann.
19.03.2020 06:57

Koreanische Popkultur in der Schweiz:Tanzen kennt keine Sprachbarrieren

K-Pop. Eine Leidenschaft, welche eine Distanz von 8,768 Kilometern und Sprachbarrieren überwindet. Die WN begleiteten Rebekka zu einem K-Pop-Dance Workshop in Zürich.

Region/Wetzikon Abgesehen von dem Rattern des Zuges ist es am Sonntagmorgen ruhig am Bahnhof Wetzikon. Rebekka wirft einen Blick auf ihr Smartphone. Unter ihrer Winterjacke trägt sie einen Pulli ihrer Lieblingsband des K-Pop (Korean Pop). BTS (Bulletproof Boy Scouts oder für Beyond The Scene). Rebekka verliebte sich zufällig in diese Musikrichtung. «Auf

Mehr Verständnis für die Kultur

Der Tanzkurs hat angefangen. Die Londoner Choreographen Darianne und Gabriel führen das 20-minütige Einwärmen mit den Teilnehmerinnen durch. Sanft dringen die Lyrics von «DNA» ein Stockwerk tiefer. Auf einer schwarzen Ledercouch sitzt Alain Mühlemann. Er ist der Gründer von Infinite Entertainment. Die Gründung des Vereins war im vergangenen November. Man sei noch in der Aufbauphase, doch Mühlemann ist sich sicher, mit dem Angebot von K-Pop Tanzkursen einen Nerv getroffen zu haben. Das Ziel des Vereines ist es, die koreanische Musik in der Schweiz zu fördern und ein grösseres Verständnis dafür zu schaffen. Mühlemanns Tochter war der Grund, warum der 47-Jährige mit dem Verein begann. «Jeannina ging durch eine schwierige Zeit, doch K-Pop und Tanzen haben ihr ihr Lächeln zurückgebracht.» Sie tanzte zuerst Hip-Hop, das sei nicht mit den Tänzen aus der südkoreanischen Musikszene vergleichbar. Mühlemann suchte nach K-Pop Tanzkursen in der Schweiz und wurde nicht fündig. Kurz darauf reisten die beiden für ein Wochenende in einen K-Pop-Dance Workshop nach London. Die Londoner K-Pop Tanzgruppe LOKO erklärte sich dann bereit auch in der Schweiz zu unterrichten. Mithilfe der Choreographen lernen die Kursteilnehmerinnen den ganzen Tanz. Die K-Pop Gruppen bestehen oft aus vier bis hin zu 17 Idols. So könne jeder Kursteilnehmer einen unterschiedlichen Tanzpart eines Idols übernehmen.

«Set everything on fire»

«Turn and kick and down and push.» Darianne tanzt zum Chorus von «Fire» die Schritte vor. Sie betrachtet die Kursteilnehmerinnen durch die Spiegelfront. «Full speed?» Zehn Minuten später sitzt der Chorus. Die einzelnen Elemente sind gelernt. Die sieben unterschiedlichen Parts werden nach der Mittagspause aufgeteilt und individuell eingeübt. «Ich hatte Jimins Part, das war ziemlich schwierig», erklärt Rebekka. «Aber», sie wirft einen Blick auf das fertige Video, welches Gabriel am späteren Nachmittag von der Gruppe machte, «ich freue mich, wenn ich sehe, dass wir in so kurzer Zeit die komplette Choreographie originalgetreu gelernt haben.» Und auch Jeannina und Gina sind zufrieden. Als die Londoner Choreographin BTS' neusten Titeltrack «ON» auflegt, tanzen sich die beiden augenblicklich wieder in ihr Element.

Francesca Stemer

Kakao-Talk mit Jeannina und Gina

Warum tanzt ihr K-Pop und nicht beispielsweise Hip-Hop?

Jeannina: K-Pop hat zu jedem Song eine komplette Choreographie. Es ist kreativ und durch die Lyrics sind die Schritte gut merkbar.

Gina: Auch wenn die Tänze zu Beginn schwierig aussehen: Man muss es einfach mal versuchen. Dann geht das schon.

Wie seit ihr auf K-Pop aufmerksam geworden?

Jeannina: In Thailand hörte ich zum ersten Mal BTS «Dope». Es hat mich gleich fasziniert.

Gina: Bei mir war es BTS «DNA». Es war Liebe auf den ersten Blick.

Was fasziniert euch an diesem Musikgenre?

Jeannina: K-Pop Lieder, vor allem von BTS haben tiefgründige Bedeutungen. BTS singt viel über Selbstakzeptanz aber auch psychische Verfassungen. Die Lieder geben mir immer viel Kraft. Besonders Jungkooks «Euphoria».

Gina: K-Pop kombiniert so viele verschiedene Musikrichtungen. Man darf einfach keine Vorurteile haben und muss sich auch auf neues einlassen können. Dann bin ich mir sicher, kann die koreanische Musik für jeden etwas bereithalten.

Ihr habt öfters mit Vorurteilen zu kämpfen.

Jeannina: Ich muss mir, betreffend meiner Leidenschaft für K-Pop, ab und zu blöde Sprüche anhören. Aber das hält mich nicht davon ab K-Pop zu mögen.

Gina: Genau, ich denke, wenn man dem Charme von K-Pop verfallen ist, lässt einen dieser nicht mehr los. Und dann stört es auch nicht, wenn man mal etwas nicht versteht. Grundsätzlich gibt es überall Untertitel.

Welche K-Pop Gruppen würdet ihr empfehlen?

Jeannina: BTS, BlackPink, Got7 und TXT.

Gina: NCT und Stray Kids.