26.03.2020 10:35

Jesus Christus und das Corona-Virus

In seinem Leserbrief in den WN (KW12) bezeichnet Peter Jakob die Corona-Krise als Chance und ermuntert die Leser, angesichts der dank der Corona-Krise uns nun vermehrt zur Verfügung stehenden Zeit mal darüber nachzudenken, wer Jesus Christus ist. Vielleicht kann ich ja dazu ein paar Inputs geben: Jesus Christus war ein jüdischer Wanderprediger des ersten Jahrhunderts, der nebst der Liebe den Ungläubigen die Hölle predigte, psychische Krankheiten als das Werk von Dämonen interpretierte, weder Sklaverei noch Todesstrafe ablehnte und überzeugt war, dass das Ende der Welt unmittelbar bevorsteht. Gekommen ist es bekanntlich bis heute nicht. Gemäss christlichem Glauben ist Jesus Christus stellvertretend für uns gestorben. Dennoch müssen auch wir noch immer sterben. Offenbar war der stellvertretende Tod doch nicht ganz ausreichend. Gemäss christlichem Glauben ist Jesus Christus die Inkarnation des christlichen Gottes und Sohn Gottes zugleich. Dennoch sind Christen sich nicht darüber einig, ob Jesus Gott ist, oder nicht. Gemäss christlichem Glauben ist Jesus Christus der Schöpfer von allem, also auch der Schöpfer des Corona-Virus, das zurzeit nahezu den gesamten Erdball in Atem hält und Christen wie Nichtchristen gleichermassen trifft. Kein Wunder also, dass Herr Jakob als Christ diesem Virus etwas Positives abzugewinnen versucht; schliesslich ist Jesus Zentrum und Fundament des christlichen Glaubens. Und alles, was er geschaffen hat, ist gemäss christlichem Glauben gut, also auch das Corona-Virus. Vermutlich muss man es einfach «im richtigen Licht» sehen.

Paul Meyenberger, Oberuzwil