11.03.2020 16:21

Gefährliche Viren und tote Seelen

In seinem Leserbrief in den WN (KW10) schreibt Othmar Amstutz von einem spirituellen, einem geistlichen, einem von Osten her eingeschleppten, seiner Meinung nach ansteckenden und für unsere Seele gefährlichen Virus, und vergleicht dieses mit dem Corona-Virus. Und er fragt sich, was eine tote Seele in einem gesunden Körper nütze, und ob er sich zu Recht Sorgen machen würde, wenn getaufte Katholiken einen Buddha im Garten und Wohnzimmer aufstellen, oder wenn in einem kath. Pfarreiheim Zazen angeboten wird. Da kann ich ihn beruhigen: Er braucht sich deswegen überhaupt keine Sorgen zu machen. Jeder darf sich sein Heim so dekorieren, wie es seinem Geschmack entspricht, und Kurse besuchen, die seinen Bedürfnissen entsprechen. Entsprechend ist z.B. auch der Rosenkranz schon längst zu einem Mode-Accessoire auch vieler Nichtkatholiken verkommen. Und was die «tote Seele» betrifft: Was ist denn der Unterschied zwischen einer toten und einer lebenden Seele? Gemäss kath. Lehre ist die Seele unsterblich, kann also gar nie tot sein. Da frage ich mich: Was ist denn «Seele» überhaupt? Ist sie ewig? Ist sie vom Körper abhängig, oder eins mit ihm? Hat man eine Seele, oder ist man eine Seele? Und haben auch Tiere eine Seele? Auch bei solchen Fragen besteht selbst innerhalb des Christentums keine Einigkeit. Der Begriff «Seele» wird je nach Religion, Konfession, Tradition und Weltanschauung ganz unterschiedlich definiert. Kein Wunder, dass eine vernünftige Diskussion auch hier nicht möglich ist, und das BAG sich nicht mit der Frage beschäftigt, was eine tote Seele in einem gesunden Körper nützt.

Paul Meyenberger, Oberuzwil