Andreas Meile, ARA Niederbüren. das
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Andreas Meile, ARA Niederbüren.
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15.03.2020 06:55

«Für die nächsten zehn bis fünfzehn Jahre sind wir bestens gerüstet»

Dass die ARA Niederbüren im Alleingang weitermacht und sich nicht der ARA Thurau in Niederuzwil anschliesst, bereitet dem Klärmeister Andreas Meile keine Bauchschmerzen. Man habe die ARA laufend auf dem neusten Stand gehalten.

Niederbüren Dicke Regentropfen klatschen an die Fensterscheibe vor Andreas Meile. Der Wind weht stürmisch Blätter und Äste durch die Luft. Es ist ein richtiges Hundewetter draussen. Ein Glück, arbeitet Meile – im Unterschied zu seinem Klärmeister-Kollegen Markus Bär – meist im Warmen. Meile blickt auf die drei Bildschirme, die vor ihm stehen. Von hier aus kann er fast alles, was auf der ARA Niederbüren vor sich geht, steuern. Und nicht nur das. Er kann sogar auf die anderen Becken in Oberbüren, Andwil, Hauptwil-Gottshaus und Waldkirch zugreifen, die zum Einzugsgebiet der ARA Niederbüren gehören. Nur zwei Anlagen in Niederhelfenschwil fehlen noch, dann ist das gesamte ARA-Einzugsgebiet von Niederbüren aus steuerbar. «Auch wenn wir eine kleine Gemeinde sind, ist unsere ARA auf dem aktuellsten Stand der Abwassertechnologie und Energierückgewinnung», sagt Meile und blickt stolz über die Anlage vor ihm.

Keine Äusserung zur ARA Thurau

Obwohl Niederbüren zu den grössten ARA der Region gehört, wird sich das eigentliche ARA-Zentrum zukünftig nicht hier, sondern möglicherweise bald in Uzwil befinden. Dort ist die ARA Thurau geplant, die mit einer vierten Reinigungsstufe für Mikroverunreinigungen ausgestattet werden und das Abwasser aus Uzwil, Jonschwil, Zuzwil und Wil reinigen soll (WN vom 20. Februar: «Neue ARA nimmt Form an»). Die ARA Niederbüren ist nicht Teil davon, weil sie in einem Grundwasserschutzgebiet liegt. Was Meile von diesem Entscheid hält und ob es aus seiner Sicht nicht Vorteile gehabt hätte, sich der ARA Thurau anzuschliessen, dazu möchte der Klärmeister keine Stellung nehmen. Seine persönliche Meinung sei hier nicht gefragt, meint er, denn es sei politisch entschieden worden. Unglücklich scheint er aber nicht zu sein.

ARA immer instand gehalten

«Die ARA Niederbüren ist auch alleine bestens für die Zukunft gerüstet. In den letzten zehn Jahren wurde sehr viel investiert», sagt er und strahlt. Alle Aussenanlagen und die ganze Elektrotechnik wurden saniert. Vor zehn Jahren noch konnte die ARA 60 Prozent ihres Energiebedarfs selbst decken, nun sind es bereits 80 Prozent. Das sei erfreulich, so Meile, denn die ARA brauche in zwei Tagen etwa so viel Strom wie sein Haus in einem Jahr. So viel Energie selbst zu produzieren ist dank des Blockheizkraftwerks möglich, das 2019 eingebaut wurde. Dieses stellt Wärmeenergie her, die für Bakterien in den Faulräumen gebraucht wird und produziert elektrische Energie für den ARA-Betrieb. Dass sich noch weitere Gemeinden dem ARA-Einzugsgebiet von Niederbüren anschliessen, sei in absehbarer Zeit unwahrscheinlich. Wahrscheinlicher sei, dass sich die Industrie in der Region weiter entwickle, sprich mehr Abwasser produziere. «Auch das können wir abfedern. Für die nächsten zehn bis 15 Jahre sind wir gut aufgestellt», so Meile zufrieden.

Darina Schweizer