Hausabwart Jörg Ehrbar und René Hengartner vor dem Oberstufenschulhaus in Uzwil. das
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14.01.2020 06:55

Fäkalien vor der Oberstufe Schöntal

Die Oberstufe Schöntal war vor Kurzem von grösserem Littering betroffen. Sogar Fäkalien entdeckte der Niederhelfenschwiler René Hengartner bei einem Tontechnik-Einsatz auf dem Schulhausplatz. Er, der Schulhausabwart, der Schulleiter und drei Schülerinnen sprechen über das Problem.

Uzwil Es war ein abstossendes Bild, das sich René Hengartner bot, als er an einem Sonntag Ende Jahr für einen Tontechnik-Einsatz über den Pausenplatz des Oberstufenschulhauses Schöntal ging. «Überall verteilt lagen Bierflaschen, viele davon zersprungen», erinnert er sich. Wirklich schockiert war der Nieder- helfenschwiler jedoch, als er einer Spur zerknüllter Papiertücher folgte. Sie führte ihn direkt hinter einen Busch. Dort traf er doch tatsächlich auf einen menschlichen Kothaufen. «Solchen Subjekten ist dringend und sanktioniert Einhalt zu gebieten. Und zwar mit Einbezug der Eltern, denn diese tragen durch die Erziehung auch eine Mitschuld. Ebenso ist über einen Einsatz von Security nachzudenken», schrieb er in einer E-Mail an die Gemeinde.

Security kann nicht überall sein

Ein Tag später kam bereits die Antwort von Schulratspräsident Daniel Wyder. Er klärte Hengartner darüber auf, dass in Uzwil seit einigen Jahren ein Sicherheitsdienst unterwegs sei und dieser Fehlverhalten ansprechen, Personen wegweisen und bei klaren Regelverstössen auch die Polizei dazu rufen könne. «Das hat die Lage verbessert», schrieb er. Trotzdem gibt es Fälle, in denen die Verursacher nicht erwischt werden, so wie beim besagten Kothaufen und Littering vor dem Schulhaus Schöntal. Der Erste, der am Morgen danach auf die Hinterlassenschaften traf, war Jörg Ehrbar, der Schulabwart, der jeden Tag den Schulhausplatz reinigt. «Ach, irgendwann macht einem das nichts mehr aus. Ich nehme nach jedem Wochenende Hinterlassenschaften von Jugendlichen auf», winkt er ab. Er ist jedoch ebenfalls der Meinung, dass das Littering auf dem Pausenplatz ein Problem darstellt und zugenommen hat. Trotzdem bringt er den Jugendlichen auch Verständnis entgegen.

Keine Lösung für Problem

«Was ihnen fehlt, ist ein Treffpunkt. Sie dürfen sich mittlerweile ja nirgends mehr aufhalten», sagt er. René Hengartner, der dazugekommen ist, stimmt ihm zu und fügt an: «Ausserdem existieren kaum öffentliche Toiletten in Uzwil. Nur gerade am Bahnhof gibt es eine.» Eine Weile diskutieren die beiden, ob eine Kameraüberwachung oder mehr Abfalleimer Besserung bringen würden, doch letztlich sind sie sich einig, dass dies nicht der Fall wäre. «Es gibt keine Lösung», gestehen sie sich nach längeren Diskussionen ein. «Ausser, dass die Eltern ihren Kindern klare Grenzen setzen und sie richtig erziehen müssen», so Hengartner. Was sagen Schulleiter Christoph Eggenberger und Jugendliche vom Schulhaus Schöntal dazu?

Darina Schweizer

Christoph Eggenberger

«Während der Unterrichtszeit würden wir Jugendliche zur Rechenschaft ziehen, die ihre Hinterlassenschaften zurücklassen. Doch diese stammen eher von jungen Erwachsenen, die am Abend unterwegs sind. Alles, was ausserhalb der Unterrichtszeit passiert, liegt im Einflussbereich der Security. Eine Überwachung würde das Problem lediglich verlagern. Wir können die Schüler nur sensibilisieren und als Erwachsene ein Vorbild sein.»

Miriam De Filippo, Uzwil

«Auch ich treffe mich mit meinen Freunden meist in der Uzehalle. Treffpunkte für Jugendliche gibt es nicht sehr viele, aber für mich reicht es. Ab und zu habe ich schon Zigaretten auf dem Pausenplatz entdeckt. Eigentlich unverständlich, denn Abfalleimer hat es genug.»

Helena Ziegler, Uzwil

«Ich finde, es gibt genug Treffpunkte. Mit meinen Freunden treffe ich mich meist in der Uzehalle. Dass Jugendliche auf dem Pausenplatz Bierflaschen hinterlassen, habe ich shcon gehört. Die sind aber immer schon weg, wenn ich nach dem Wochenende in die Schule komme.»

Havin Yilmaz, Uzwil

«Meiner Meinung nach gibt es eher zu wenige Treffpunkte für Jugendliche. Es wäre cool, wenn es mehr Orte gäbe, wo man hingehen könnte - gerade im Winter. Weshalb Jugendliche Abfall auf dem Pausenplatz zurücklassen, verstehe ich absolut nicht und finde ich total daneben.»