Fabio Landert gewann den Swiss Comedy Award. Schon während seiner Schulzeit in Oberbüren war er ein Lausbub. das
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Fabio Landert gewann den Swiss Comedy Award. Schon während seiner Schulzeit in Oberbüren war er ein Lausbub. das
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Fabio Landert gewann den Swiss Comedy Award. Schon während seiner Schulzeit in Oberbüren war er ein Lausbub. das
3/3 Fabio Landert gewann den Swiss Comedy Award. Schon während seiner Schulzeit in Oberbüren war er ein Lausbub. das
03.10.2019 06:55

«Es gibt lustigere Oberbürer als mich»

Der lustigste Schweizer kommt aus Oberbüren: Zumindest, wenn es nach dem «SRF 3 Comedy Talent»-Award 2019 geht. Fabio Landert selbst hält sich nicht für besonders witzig. Doch in Oberbüren passierte ihm viel Unterhaltsames.

Oberbüren Vor einem Jahr war er noch KV-Angestellter, nun ist der Oberbürer Fabio Landert SRF 3 Comedy Talent 2019. Der Weg vom Bürostuhl auf die Bühne ging rasant, war jedoch nicht völlig überraschend. Schon als Schüler machte der Oberbürer gerne Spässe und Streiche – nun spricht er darüber, welche Lehrer daran glauben mussten, was er als Dorfkind Lustiges erlebte und wieso er noch immer sogenannter «Hardcore-Single» ist.

Herr Landert, sind Sie der lustigste Oberbürer?

Nein, bei Weitem nicht. Es gibt viel lustigere Oberbürer als mich. Es ist auch nicht so, dass ich 24 Stunden lang lustig bin. Viele würden mich eher als zurückhaltend beschreiben. Ich blühe erst auf, wenn ich mich wohl fühle oder mit meinen Freunden zusammen bin.

Welche/n Oberbürer finden Sie persönlich am lustigsten?

Meine Freunde. Sie sind es auch, die mich inspirieren.

Was war das lustigste Erlebnis, das Sie in Oberbüren erlebten?

Da gibt es so viele, dass ich ein abendfüllendes Programm schreiben könnte. Einmal liess der Bruder meines besten Freundes eine Gummischlange im Garten liegen. Während wir am Gamen waren, hörten wir plötzlich Schreie. Es war die Nachbarin, die die Schlange beim Wäscheaufhängen entdeckt hatte. Ihr Sprachfehler – sie konnte das «Sch» nicht richtig aussprechen – machte alles noch lustiger.

Gibt es auch Dorfjugend-Erlebnisse, über die Sie lieber schweigen?

Ja das gibt es, darum sage ich jetzt auch lieber nichts (lacht).

Welcher Lehrer musste während der Schulzeit am meisten unter Ihnen «leiden»?

Den Namen möchte ich nicht verraten, aber es war in der 5. und 6. Primarklasse.

Haben Sie ihm auch Streiche gespielt? Welche?

Ja, die Streiche waren aber mehr eine Art von Rebellion und Frust gegen den Lehrer.

Weshalb?

Die fünfte und sechste Klasse war nicht einfach, mein Lehrer damals mochte mich nicht – ich ihn ebenfalls nicht. Er kam viel zu spät, hat Kinder bevorzugt und sagte meinen Eltern sogar, dass ich rauche, obwohl ich noch nie geraucht habe. Das habe ich dann kompensiert, indem ich ihm Streiche spielte.

Mussten Sie deshalb auch ab und zu Strafaufgaben erledigen?

Ja. Ich hätte viele Mittwoch-Nachmittage nachsitzen müssen, bin aber nie hin. Einmal musste ich die Bibel abschreiben oder jedes einzelne Häuschen eines A4-Blattes ausmalen. Und einmal habe ich sogar den Estrich der Schule gesäubert.

Nach der Schule haben Sie das KV gemacht. Erst der Thurgauer Komiker Kiko animierte sie dazu, Standup-Comedian zu werden. Wieso?

Kiko kannte ich als Rapper. Als ich auf Instagram sah, dass er Comedy macht, wollte ich wissen, wie er dazu gekommen ist. Ich habe ihm geschrieben. Er hat mir dann das ComedyHaus in Zürich angegeben. Ich habe ein zehnminütiges Programm geschrieben und mich eine Woche später angemeldet.

Ist Ihr St.Galler Dialekt oft Thema bei Ihren Shows?

Als Ostschweizer ist man dauernd damit konfrontiert. Ich möchte den St.Galler Dialekt wieder cool machen, ist aber eine harte Aufgabe.

Ist er nicht manchmal sogar ein Vorteil?

Darüber habe ich mir auch schon Gedanken gemacht. Ich glaube aber, dass es nicht auf den Dialekt ankommt. Wichtig ist der Aufbau des Witzes und die Pointe am Schluss.

Sie beschreiben sich selbst als Hardcore-Single. Weshalb? Wieso sind Sie noch nicht vergeben?

Hardcore-Single deshalb, weil ich bis jetzt noch keine Beziehung hatte. Ich bin sehr vorsichtig, was Liebe angeht und erst recht, wenn man zusammen ist. Ich möchte etwas Echtes, was auch lange dauert und dafür lasse ich mir auch Zeit.

Könnte Ihnen der Erfolg als Comedian bei der Partnersuche helfen?

Ich suche momentan eigentlich nicht. Es könnte aber sicher helfen, da mich mehr Leute sehen. Ich möchte aber keine Frau, die sich nur für mich interessiert, weil ich nun mehr in der Öffentlichkeit stehe.

Kennt Sie nun jeder in Oberbüren? Wer nicht?

Das sehe ich in nächster Zeit beim Brötchenholen (lacht).

Von Darina Schweizer