Diego Cassol ist der jüngste Tesla-zertifizierte Arbeiter der Welt.
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21.01.2020 07:00

Er ist weltweit der Jüngste, der an die Teslas ran darf

Zu Beginn sei er nicht ernstgenommen worden, doch jetzt ist er auf der Überholspur. Diego Cassol ist der weltweit jüngste Tesla-zertifizierte Hochvolttechniker. In Holland hat er sich ausbilden lassen. Doch die Ausbildung sei alles andere als einfach gewesen. Und damit ist es noch nicht getan.

Sirnach Sie sind im Anmarsch – oder vielmehr auf der Überholspur. Elektroautos und Hybride haben längst die Strassen der Welt erobert. Allen voran: Tesla. Und mittendrin: Diego Cassol, der weltweit jüngste Tesla-zertifizierte Hochvolttechniker ist. Erst vor fünf Monaten hat der 16-Jährige seine Berufslehre als Autospengler bei der Greco Carrosserie und Autospritzwerk AG in Sirnach begonnen. Und schon nach der Schnupperlehre war klar, dass sein Lehrbetrieb aufgrund der Teslas das Rennen machen würde. Seinen Einsatz und seine Motivation wurden von Lehrmeister Francesco Greco, der das Unternehmen führt, belohnt. Diego Cassol durfte sich als Jüngster bei Tesla in Holland zum Hochvolttechniker ausbilden lassen.

Sich den Respekt erarbeiten

«Zu Beginn hat mich dort niemand richtig ernst genommen. Alle Teilnehmer waren über 30 Jahre alt», erzählt der Lernende. Doch das habe sich schnell geändert. «Als sie merkten, dass das Wissen und Interesse da ist, waren alle erstaunt.» Doch Diego hatte gute Unterstützung dabei. «Marko Grimm hatte seine Ausbildung bereits hinter sich, als ich ihn mit Diego nach Holland schickte», erzählt Geschäftsführer Francesco Greco. Die Ausbildung ist essenziell, damit Mitarbeiter an Teslas arbeiten dürfen. Doch die Schulungen sind nie fertig.

Knallharte Ausbildung

«Man wird immer wieder zu Online-Prüfungen eingeladen, die bis zu einem halben Tag gehen können», erzählt der 16-Jährige. Dass alle Kurse auf englisch sind, findet Diego Cassol gut. «Am Auto ist schliesslich auch alles auf englisch angeschrieben.» Einige hätten an den Kursen sogar Dolmetscher dabei gehabt. Dies verlängere jedoch die Kurszeiten massiv, da zwischendurch immer Zeit für die Übersetzungen eingeplant werden musste. Damit das Greco-Team Teslas reparieren kann, musste eine gewaltige Infrastruktur her. «Ich habe einige Hunderttausend Franken in Materialien, Werkzeuge und Infrastruktur investiert», erzählt der Geschäftsführer. Doch dies lohnt sich.

Höhere Chancen auf Jobs

«Bis zu 70 Prozent aller Autos, die bei uns in der Werkstatt stehen, sind heute Teslas.» Die Investitionen bereut Francesco Greco nicht, auch wenn er sich anfangs in eine ungewisse Zukunft stürzte. «In Zukunft braucht jede 'Bude' Hochvolttechniker.» Diego Cassol sei auf dem besten Weg dazu. «Er ist neugierig und motiviert, beste Voraussetzungen für diese Ausbildung», so Greco. Und diesem ist bewusst, wieso er den Aufwand betreibt: «Als Tesla-zertifizierter Hochvolttechniker hebe ich mich ab und habe höhere Chancen auf dem Arbeitsmarkt.» Stolz auf sich ist er bereits jetzt.

Jana Cucchia