Hansruedi Hefti führt seit 45 Jahren Touristen um die Welt.
1/1 Hansruedi Hefti führt seit 45 Jahren Touristen um die Welt.
19.03.2020 06:55

Eine Reise zur schwarzen Perle Afrikas

5,5 Millionen Kilometer weit fuhr der heute 75-jährige Thurgauer Hansruedi Hefti seine Reisegäste während 45 Jahren durch ganz Europa. Auch heute hat der Reisepionier noch lange nicht genug. Im Mai führt er als erster Schweizer Reiseanbieter seit 20 Jahren eine Rundreise in der Elfenbeinküste durch.

Münchwilen Der Thurgauer Chauffeur erlebte schon so manches Abenteuer in seinem Leben. Jede Hauptstadt Europas hat er angefahren und fuhr seine Gäste vom Nordkap bis Gibraltar. Er erinnert sich sehr gerne an die Erlebnisse zurück. Er war der erste, der Kur- und Badeferien für Bauern anbot und reiste vor allen anderen Anbieter mit einem gefüllten Reisecar ans Tattoo in Edinburgh. Dreissig Mal chauffierte er Gäste nach London, der Linksverkehr war für den erfahrenen Chauffeur kein Problem. «Ob militärhistorische Reisen an den Invasionsstrand in der Normandie oder Fahrten zu den Tulpengärten Hollands, mir kamen immer wieder neue Destinationen in den Sinn, die ich gerne besuchen möchte.»

Von Münchwilen nach Afrika

2017 gab Hansruedi Hefti das Steuer weiter, aber sein Durst nach dem Reisen ist nicht gestillt. So ist er seither als Reiseorganisator und Berater tätig. Der einstige Landwirt und Carunternehmer führte seit seiner Pensionierung gemeinsam mit dem Schweizer Reiseanbieter Swiss Tropical Tourism acht Rundreisen in Costa Rica, Panama und Nicaragua durch. Sein Markenzeichen trägt er auch heute immer noch auf dem Kopf: «Mein Schotten-Käppi», sagt Hefti und lacht. Die nächste Costa-Rica-Reise ist bereits für 2021 geplant. Der Reisevogel aus Münchwilen hat aktuell noch ein ganz anderes Vorhaben in seinem Kalender eingetragen: Im Mai fliegt er mit einer Reisegruppe in die Elfenbeinküste. Seit zwanzig Jahren werden von der Schweiz aus keine Rundreisen durch die schwarze Perle Westafrikas mehr organisiert.

Hilfe vom «Ananaskönig»

Hefti möchte den Reisenden fernab von Touristen das noch beinahe unbekannte Land zeigen. Dabei erhält er Unterstützung von Stéphane Dähler, dem Sohn des «Ananaskönigs», mit dem er gemeinsam in Mittelamerika die Reisen auf die Beine stellt. Stéphane Dähler wuchs im Süden des Landes auf und kennt es wie seine Westentasche. So kam die Idee auf, Pionierarbeit zu leisten und erstmals seit so langer Zeit, eine Rundreise anzubieten.

Gute Aussichten

«Die politische Lage ist stabil und die Hotels haben einen sehr guten Standart», versichert Hefti. Unter anderem dürfen die Besucher die 500 Hektar grosse Plantage von Johann Dähler besuchen, besichtigen eine der grössten Kirchen der Welt und machen vor allem eins: Sie reisen an für so manchen Touristen unbekannte Orte. «Wir werden durch kleine Handwerkermärkte schlendern und natürlich die Vegetation des Landes erleben.» Stéphane Dähler hat dazu eine ganz besondere Aktion geplant: «Wir haben säckeweise sogenannte Seedballs gekauft. Kleine Erdkugeln, in denen ein Samen darauf wartet, zu einem Baum heran zu wachsen.» Diese werden die Teilnehmer während der Reise verteilen. So kann die Gruppe während ihrer Tour dazu beitragen, den Regenwald wieder aufzuforsten. Einige Anmeldungen gibt es bereits für die vielversprechende Reise. «Diese findet sowieso statt, auch wenn nur ein Gast mitkommen würde», versichert Hefti. Dem Pensionär geht es nämlich hauptsächlich um eines: «Ich habe schon als Schüler gesagt, dass ich den Menschen einmal die Welt zeigen möchte.»