Luana Maione und Samuel Künzle wollen anderen Menschen mit Sehbeeinträchtigung helfen.
1/1 Luana Maione und Samuel Künzle wollen anderen Menschen mit Sehbeeinträchtigung helfen.
12.03.2020 06:55

Dank Gala Blinde in die Berge oder an Match schicken

250 Augenoperationen hat Luana Maione hinter sich - nun will sie anderen Menschen mit Sehbehinderung das Leben einfacher machen. Dazu hat sie eine Stiftung gegründet. Zudem organisieren sie und ihr Partner Samuel Künzle Ende August eine grosse Benefiz-Gala in Wil.

Wil Es ist eine Geschichte wie aus dem Film: Luana Maione aus Münchwilen hat den grünen Star. Auf dem rechten Auge sieht sie gar nichts mehr, auf dem linken noch fünf Prozent. 250 Mal musste sie im Spital Wil unters Messer. Gefahren wurde Sie jeweils von Taxifahrer Samuel Künzle. Die beiden verliebten sich und wurden ein Paar. (WN vom 23. Februar 2020: «Amors Pfeil traf sie im Taxi Elvis»). Zusammen mit ihrem Lebensgefährten Samuel Künzle habe sie gelernt, manchmal Hilfe anzunehmen. Nun will sie anderen Menschen mit Sehbeeinträchtigung helfen. Dazu haben die beiden die Stiftung «Luana» gegründet, mit der sie verschiedene Projekte verfolgen. Das erste steht am 21. August in Wil an. Dann veranstalten Maione und Künzle im Stadtsaal in Wil eine grosse Benefiz-Gala. Mit dem Geld werden Menschen mit Beeinträchtigung Wünsche erfüllt. «Das sind zum Teil ganz kleine Sachen. mit denen man jemandem eine Freude machen kann. Zum Beispiel wollen wir es einer Person ermöglichen, einen Berg zu erklimmen, eine andere Person möchte gerne an einen Match von Juventus», erzählt Künzle. An der Gala treten verschiedene Künstler auf – Künzle selbst ebenfalls, als Elvisimitator «Sam Vergas». Weiter stehen verschiedene Musiker auf der Bühne. Darunter ein blinder Pianist aus dem Tessin. «Auf den freue ich mich besonders», sagt Maione. «Der Auftritt ist sozusagen der erste Wunsch, denn wir jemandem erfüllen können.» Noch würden Anfragen für Sponsoren und die Suche nach interessierten Künstlern laufen. Diese könnten sich gleich bei Künzles eigener Musikagentur «KF-Music» melden, erklärt er. Die Benefiz-Gala ist nur das erste Projekt, das Maione und Künzle angehen. Mit ihrer Stiftung wollen sie Menschen mit Sehbeeinträchtigung das Leben einfacher machen. Dazu gehört, dass sie sich für die Entwicklung technologischer Innovationen stark machen wollen. «Gerade Touchscreens oder auch ganz einfach Sachen wie Trinkgläser können für uns Sehbeeinträchtigte sehr schwierig sein, damit umzugehen», erklärt Maione. Es gäbe bereits Technologien, die da Lösungen bieten können, nur würde diese niemand vorantreiben. Dort will Maione ansetzten. «Ich könnte mir vorstellen, mit grossen Herstellern Gespräche zu führen und Ideen voranzutreiben», sagt sie. Ein weiterer Traum: Ein Hotel am Meer, extra für blinde Menschen. Maione hat viele Ideen. Es gäbe aber auch noch viele Missstände. «Dass wir diese von heute auf morgen beheben können, ist unrealistisch, das weiss ich. Aber irgendjemand muss ja den Stein ins Rollen bringen», sagt sie.

Marc Sieger