Cornel Egger strahlt auch nach 29 Jahren als Gemeindepräsident noch.  das
1/1 Cornel Egger strahlt auch nach 29 Jahren als Gemeindepräsident noch. das
13.02.2020 06:55

Amtsältester kandidiert erneut

Cornel Egger möchte erneut als amtsältester Gemeindepräsident der Region in Oberuzwil kandidieren. Er spricht über die Gründe und wieso es der Gemeinde so gut geht.

Cornel Egger, wieso haben Sie nach 29 Jahren noch nicht genug?

Oberuzwil stehen vier weitere intensive Jahre bevor, in denen sich viel verändern wird. Sei dies bautechnisch, strukturell oder digital, wir sind immer in Bewegung. Das fasziniert mich und ich begleite die Gemeinde – wenn die Bevölkerung damit einverstanden ist – gerne weiterhin auf diesem Weg.

Hat die jahrelange Schuldenfreiheit von Oberuzwil einen Einfluss auf Ihre erneute Kandidatur?

Natürlich ist das Wissen, dass Oberuzwil finanziell äusserst stabil dasteht, beruhigend. Dieser Umstand hat aber keinerlei Einfluss auf meine Kandidatur.

Wie glückte der Weg in die Schuldenfreiheit?

Der Gemeinderat hat seit Jahren darauf hingearbeitet, die Verschuldung zu senken und dazu regelmässig zusätzliche Abschreibungen getätigt. Das haben wir als Team erreicht. Und wir sind dankbar, dass die Stimmberechtigten diesen finanziellen Kurs unterstützt haben.

Woran liegt es, dass es der Gemeinde so gut geht?

Oberuzwil kann der Bevölkerung sehr viel bieten. So haben wir eine einzigartige, vielfältige und moderne Infrastruktur und ein sehr gutes Schulangebot, welches mit der Einführung der Tagesstrukturen noch attraktiver werden würde. Das einzigartige Naherholungsgebiet und das sehr aktive und vielfältige Vereinsleben tragen ihren Rest dazu bei, dass es den Oberuzwilern gut geht. Finanziell steht Oberuzwil so gut da, weil wir mit Steuerfusssenkungen immer sehr vorsichtig umgegangen sind, so dass der Werterhalt der Infrastruktur dennoch möglich war und notwendige Neuinvestitionen finanziert werden konnten.

Weshalb haben Sie sich entschieden, den Steuerfuss auf 125 Prozent zu senken?

Aufgrund des sehr guten Rechnungsergebnisses im 2019 und unseres hohen Eigenkapitals stand es ausser Frage, den Steuerfuss zu senken. Dass vier Prozentpunkte möglich sind, habe ich vor Jahresfrist selbst nicht gedacht. Da wir aber auf relativ grosse Reserven zurückgreifen können, kann Oberuzwil sich das leisten.

So geht jedoch Eigenkapital verloren. Sollte man das Geld nicht beispielsweise für die Infrastruktur einsetzen?

Auch mit der geplanten Steuerfussreduktion können wir unsere Infrastruktur auf ihrem Niveau halten, da wir auf solide Reserven zurückgreifen können. So sind wir aktuell mit zwei grossen Umbauten an der Primarschule Oberuzwil beschäftigt. Im Budget 2020 sind weiter diverse Ausgaben für den Werterhalt der Infrastruktur geplant. Der Gemeinderat hat immer das Ziel verfolgt, in erster Priorität der Infrastruktur Sorge zu tragen und erst in zweiter Priorität den Steuerfuss zu senken.

Was möchten Sie auf jeden Fall noch umsetzen in der Gemeinde Oberuzwil?

Wir arbeiten intensiv an der Überarbeitung der Zonenplanung und des Baureglements. Bis die Rechtsgültigkeit dafür vorliegt, dürfte es jedoch noch einige Zeit dauern. Derzeit sind wir mit der Auswertung der kantonalen Vorprüfung beschäftigt, sodass wir im Laufe dieses Jahres mit der Mitwirkung der Bevölkerung starten und anschliessend dann die Erlasse öffentlich auflegen können.

Betreffend Tagesstrukturen, die Sie aufbauen wollen: Nur knapp 40 Prozent der Teilnehmer sahen Bedarf. Weshalb wollen Sie das Angebot trotzdem testen?

Vierzig Prozent erachten wir als so hohen Wert an, dass wir im Herbst 2020 mit dem Projekt der Tagesstrukturen starten möchten. Zum Grundangebot einer familienfreundlichen und auf die zukünftigen Bedürfnisse ausgerichteten Gemeinde gehören schulergänzende Tagesstrukturen dazu. Wir sind überzeugt, dass das Angebot rege genutzt werden wird und einem Bedürfnis der heutigen Gesellschaft entspricht.

von Darina Schweizer