Am 8. März wird weltweit der Tag der Frauen gefeiert.
1/15 Am 8. März wird weltweit der Tag der Frauen gefeiert.
«Mir ist die Chancengleichheit ein grosses Anliegen. Das heisst, dass die Geschlechterfrage im Prinzip bei Entscheidungen – ganz gleich welche das sind – einfach keine Rolle mehr spielen darf. Ob dies nun für eine Arbeitsstelle, eine Vereinsfunktion, eine Weiterbildung oder auch bei der Frage der Kindererziehung ist. Quoten sind dabei aber keine Lösung. Niemand sollte eine Quotenfrau sein, sondern einfach die beste Besetzung für die jeweilige Position. Aufholbedarf haben wir sicher bei der Vereinbarkeit von Familie und Beruf, dort sind Arbeitgeber aber auch Lebenspartner und die Frauen selber gleichermassen gefordert und dazu aufgerufen, sich aktiv damit auseinanderzusetzen. Ich bin überzeugt, dass sich dort gute und flexible Lösungen finden lassen und Diskussionen zu Erfolgen führen.»
2/15 «Mir ist die Chancengleichheit ein grosses Anliegen. Das heisst, dass die Geschlechterfrage im Prinzip bei Entscheidungen – ganz gleich welche das sind – einfach keine Rolle mehr spielen darf. Ob dies nun für eine Arbeitsstelle, eine Vereinsfunktion, eine Weiterbildung oder auch bei der Frage der Kindererziehung ist. Quoten sind dabei aber keine Lösung. Niemand sollte eine Quotenfrau sein, sondern einfach die beste Besetzung für die jeweilige Position. Aufholbedarf haben wir sicher bei der Vereinbarkeit von Familie und Beruf, dort sind Arbeitgeber aber auch Lebenspartner und die Frauen selber gleichermassen gefordert und dazu aufgerufen, sich aktiv damit auseinanderzusetzen. Ich bin überzeugt, dass sich dort gute und flexible Lösungen finden lassen und Diskussionen zu Erfolgen führen.»
Susanne Hartmann, Stadtpräsidentin Wil :
«Gleiche Rechte und Chancen für Frauen und Männer sind eminent wichtig, aber noch längst keine Selbstverständlichkeit. Dass Frauen trotz entsprechender gesetzlicher Verankerung noch immer benachteiligt sind, gerade auch im Beruf, liegt nicht an den Frauen. Aber auch nicht an den Männern. Sondern an bestehenden, tief verwurzelten Strukturen der Gesellschaft. Für mich ist es selbstverständlich, dass Frauen und Männer für dieselbe Arbeit auch denselben Lohn erhalten. Deshalb habe ich im Namen der Stadt Wil im Jahr 2016 als erste Stadtpräsidentin im Kanton St.Gallen die Lohncharta unterzeichnet. Diese Charta fördert die Lohngleichheit im öffentlichen Sektor und deren regelmässige Überprüfung. Unser Lohnsystem entlöhnt nach Qualifikation und Erfahrung – nicht nach Geschlecht.»
3/15 Susanne Hartmann, Stadtpräsidentin Wil : «Gleiche Rechte und Chancen für Frauen und Männer sind eminent wichtig, aber noch längst keine Selbstverständlichkeit. Dass Frauen trotz entsprechender gesetzlicher Verankerung noch immer benachteiligt sind, gerade auch im Beruf, liegt nicht an den Frauen. Aber auch nicht an den Männern. Sondern an bestehenden, tief verwurzelten Strukturen der Gesellschaft. Für mich ist es selbstverständlich, dass Frauen und Männer für dieselbe Arbeit auch denselben Lohn erhalten. Deshalb habe ich im Namen der Stadt Wil im Jahr 2016 als erste Stadtpräsidentin im Kanton St.Gallen die Lohncharta unterzeichnet. Diese Charta fördert die Lohngleichheit im öffentlichen Sektor und deren regelmässige Überprüfung. Unser Lohnsystem entlöhnt nach Qualifikation und Erfahrung – nicht nach Geschlecht.»
«Die Gleichstellung der Geschlechter ist seit 1981 in der Bundesverfassung verankert. Seit dieser Gleichstellung der Geschlechter hat sich einiges getan, Gleichstand haben wir jedoch noch nicht erreicht. Dies zeigen die Frauenstreiks vom vergangenen Jahr, deren Ausmass letztlich sogar die Initiantinnen überrascht hat. Erfreulich ist, dass sich junge Frauen ihre Rechte heute selbstverständlich herausnehmen, das sehe ich bei meinen Töchtern. Wirkliche herausfordernd wird es, wenn Kinder da sind und es um die Vereinbarkeit von Familie und Beruf geht – sofern diese Lebensform gewählt wird. Hier gibt es viel Aufholbedarf, um die dringend benötigten weiblichen Arbeitskräfte im Arbeitsmarkt zu halten und zu fördern.»
4/15 «Die Gleichstellung der Geschlechter ist seit 1981 in der Bundesverfassung verankert. Seit dieser Gleichstellung der Geschlechter hat sich einiges getan, Gleichstand haben wir jedoch noch nicht erreicht. Dies zeigen die Frauenstreiks vom vergangenen Jahr, deren Ausmass letztlich sogar die Initiantinnen überrascht hat. Erfreulich ist, dass sich junge Frauen ihre Rechte heute selbstverständlich herausnehmen, das sehe ich bei meinen Töchtern. Wirkliche herausfordernd wird es, wenn Kinder da sind und es um die Vereinbarkeit von Familie und Beruf geht – sofern diese Lebensform gewählt wird. Hier gibt es viel Aufholbedarf, um die dringend benötigten weiblichen Arbeitskräfte im Arbeitsmarkt zu halten und zu fördern.»
Renata Ruggli, Mitorganisatorin Frauentag in Wil:
«Der 8. März wird seit 1921 weltweit begangen. Damalige Forderungen sind heute noch aktuell: Gleichstellung der Frauen und Schutz der Arbeiterinnen. Auch wenn heute die Frauen lohn- und karrieremässig immer noch hinter den Männern stehen, geht es längst nicht mehr nur um Frauen. Wenn wir Frauen Gleichstellung fordern, müssen wir das zusammen mit den Männern umsetzen. Es geht um Gleichstellung in der Gesellschaft, im Beruf und vor allem auch in der Familie. Wichtige Forderungen meinerseits sind deshalb gleicher Lohn für gleichwertige Arbeit, eine gemeinsame Elternzeit, Anerkennung von Familien- und Betreuungsarbeit, bezahlbare Kinderbetreuung. Um das zu erreichen braucht es Engagement und Ausdauer von allen.»
5/15 Renata Ruggli, Mitorganisatorin Frauentag in Wil: «Der 8. März wird seit 1921 weltweit begangen. Damalige Forderungen sind heute noch aktuell: Gleichstellung der Frauen und Schutz der Arbeiterinnen. Auch wenn heute die Frauen lohn- und karrieremässig immer noch hinter den Männern stehen, geht es längst nicht mehr nur um Frauen. Wenn wir Frauen Gleichstellung fordern, müssen wir das zusammen mit den Männern umsetzen. Es geht um Gleichstellung in der Gesellschaft, im Beruf und vor allem auch in der Familie. Wichtige Forderungen meinerseits sind deshalb gleicher Lohn für gleichwertige Arbeit, eine gemeinsame Elternzeit, Anerkennung von Familien- und Betreuungsarbeit, bezahlbare Kinderbetreuung. Um das zu erreichen braucht es Engagement und Ausdauer von allen.»
«Obwohl die Unterschiede zwischen Frau und Mann bereits jetzt markant gesunken sind, kämpfen wir noch immer für geschlechtergerechte Regierungen, Arbeitsplatzbedingungen oder Wohlstand. Eine Frau soll doch genauso selbstbewusst auftreten können wie es ein Mann macht, denn immerhin muss sie meist mehr zurückstecken und härter kämpfen, um gesehen und gehört zu werden. Trotzdem sollten wir uns glücklich schätzen, wenn man andere Länder betrachtet, wo Frauen oftmals viel stärker diskriminiert werden. Die rechtliche Gleichstellung ist bei uns schon weit vorangeschritten, für die tatsächliche und gerechte Umsetzung braucht es wohl aber noch viel Arbeit im Bewusstsein der Gesellschaft.»
6/15 «Obwohl die Unterschiede zwischen Frau und Mann bereits jetzt markant gesunken sind, kämpfen wir noch immer für geschlechtergerechte Regierungen, Arbeitsplatzbedingungen oder Wohlstand. Eine Frau soll doch genauso selbstbewusst auftreten können wie es ein Mann macht, denn immerhin muss sie meist mehr zurückstecken und härter kämpfen, um gesehen und gehört zu werden. Trotzdem sollten wir uns glücklich schätzen, wenn man andere Länder betrachtet, wo Frauen oftmals viel stärker diskriminiert werden. Die rechtliche Gleichstellung ist bei uns schon weit vorangeschritten, für die tatsächliche und gerechte Umsetzung braucht es wohl aber noch viel Arbeit im Bewusstsein der Gesellschaft.»
Karin von Rotz, Geschäftsleiterin Auto Welt von Rotz AG:
«Die Autobranche ist eine Männerdomäne. Zu Beginn haben es Frauen in einem solchen Umfeld schwieriger. Sie müssen sich stärker beweisen. Auch ich bin schon mit Vorurteilen konfrontiert worden. Treten wir Frauen selbstbewusst auf, stehen für unsere Überzeugungen ein und zeigen unser fachliches Können, wird unsere Arbeit rasch anerkannt und wertgeschätzt. Ich finde, wir sollten geschlechtsspezifische Vorzüge ohne Gleichstellungsdiskussion benennen und gezielt einsetzen können. Deswegen entlöhnen wir unsere Angestellten nach Leistung und nicht nach Geschlecht. Eine Herausforderung für berufstätige Frauen mit Kindern ist nach wie vor der Spagat zwischen Beruf und Familie. Hier haben wir als Gesellschaft Luft nach oben. Eine Karriere steht meiner Meinung aber nichts im Wege, wenn der Partner und die Familie zuverlässig Unterstützung leisten»
7/15 Karin von Rotz, Geschäftsleiterin Auto Welt von Rotz AG: «Die Autobranche ist eine Männerdomäne. Zu Beginn haben es Frauen in einem solchen Umfeld schwieriger. Sie müssen sich stärker beweisen. Auch ich bin schon mit Vorurteilen konfrontiert worden. Treten wir Frauen selbstbewusst auf, stehen für unsere Überzeugungen ein und zeigen unser fachliches Können, wird unsere Arbeit rasch anerkannt und wertgeschätzt. Ich finde, wir sollten geschlechtsspezifische Vorzüge ohne Gleichstellungsdiskussion benennen und gezielt einsetzen können. Deswegen entlöhnen wir unsere Angestellten nach Leistung und nicht nach Geschlecht. Eine Herausforderung für berufstätige Frauen mit Kindern ist nach wie vor der Spagat zwischen Beruf und Familie. Hier haben wir als Gesellschaft Luft nach oben. Eine Karriere steht meiner Meinung aber nichts im Wege, wenn der Partner und die Familie zuverlässig Unterstützung leisten»
«Ich hatte schon recht früh eine Meinung zum Thema Gleichberechtigung. Als ehemalige Kathi-Schülerin habe ich etwa meine Diplomarbeit zum Thema «Koedukation – Seedukation» geschrieben. Ich war auch nicht sehr erfreut, als ich nach der Pflegefachschule 500 Franken im Monat weniger Lohn als mein Mitschüler erhielt. Nun arbeite ich in einer Männerdomäne. Als Frau bin ich in der Bierwelt in der Minderheit. Mein Mann muss sich nie Sprüche anhören wie: «Kennst Du überhaupt den Unterschied von Lager und Ale?», er wird auch nicht nach Aussehen und Ausschnitt beurteilt. Gesamthaft ist das Bewusstsein für Gleichberechtigung aber gewachsen. In der Gesellschaft sind wir aber noch nicht da, wo man zuerst Mensch und dann erst Mann oder Frau ist, aber wir sind auf dem Weg dorthin.»
8/15 «Ich hatte schon recht früh eine Meinung zum Thema Gleichberechtigung. Als ehemalige Kathi-Schülerin habe ich etwa meine Diplomarbeit zum Thema «Koedukation – Seedukation» geschrieben. Ich war auch nicht sehr erfreut, als ich nach der Pflegefachschule 500 Franken im Monat weniger Lohn als mein Mitschüler erhielt. Nun arbeite ich in einer Männerdomäne. Als Frau bin ich in der Bierwelt in der Minderheit. Mein Mann muss sich nie Sprüche anhören wie: «Kennst Du überhaupt den Unterschied von Lager und Ale?», er wird auch nicht nach Aussehen und Ausschnitt beurteilt. Gesamthaft ist das Bewusstsein für Gleichberechtigung aber gewachsen. In der Gesellschaft sind wir aber noch nicht da, wo man zuerst Mensch und dann erst Mann oder Frau ist, aber wir sind auf dem Weg dorthin.»
Irene Mark-Eisenring, Head of Corporate Personnel Development, Bühler AG: 
«Ich finde es wichtig, dass sich bei der Diskussion über die Rolle der Frau, aber auch im Arbeitsleben alle einbringen. Gibt es ausgeglichene Anteile von Mann und Frau sowie jungen und alten Personen, verschiedene Nationalitäten, unterschiedlich viel Vorwissen, unterschiedliche Bildungshintergründe, dann hat ein Team sehr viel Potenzial. Es braucht die Nachkorrektur des Weltbilds, dass die Frau den Haushalt schmeisst und der Mann «der Ernährer» sein muss. Es braucht Männer und Frauen, die ihre Rollenbilder kritisch hinterfragen. Frauen, die ihre Ziele konsequent verfolgen. Es braucht Unternehmen, die alle Mitarbeitenden sensibilisieren, dass gut durchmischte Teams eben nicht einfach richtig sind, weil diese Sicht heute stärker vertreten wird. Fördern wir verschiedene Arbeitsformen, die dabei helfen, Familie und Beruf harmonisch zu vereinen. Als Mann hätte ich es wohl nicht leichter gehabt, aber auch nicht schwerer. Ich habe mich früher nicht über meine Rolle als Frau definiert, sondern wollte in erster Linie gute Arbeit leisten. Damit konnte ich immer auf Unterstützung zählen.»
9/15 Irene Mark-Eisenring, Head of Corporate Personnel Development, Bühler AG: «Ich finde es wichtig, dass sich bei der Diskussion über die Rolle der Frau, aber auch im Arbeitsleben alle einbringen. Gibt es ausgeglichene Anteile von Mann und Frau sowie jungen und alten Personen, verschiedene Nationalitäten, unterschiedlich viel Vorwissen, unterschiedliche Bildungshintergründe, dann hat ein Team sehr viel Potenzial. Es braucht die Nachkorrektur des Weltbilds, dass die Frau den Haushalt schmeisst und der Mann «der Ernährer» sein muss. Es braucht Männer und Frauen, die ihre Rollenbilder kritisch hinterfragen. Frauen, die ihre Ziele konsequent verfolgen. Es braucht Unternehmen, die alle Mitarbeitenden sensibilisieren, dass gut durchmischte Teams eben nicht einfach richtig sind, weil diese Sicht heute stärker vertreten wird. Fördern wir verschiedene Arbeitsformen, die dabei helfen, Familie und Beruf harmonisch zu vereinen. Als Mann hätte ich es wohl nicht leichter gehabt, aber auch nicht schwerer. Ich habe mich früher nicht über meine Rolle als Frau definiert, sondern wollte in erster Linie gute Arbeit leisten. Damit konnte ich immer auf Unterstützung zählen.»
Ingrid Markart-Kaufmann, Gemeinderätin, Oberuzwil:
«Die Förderung der Frau liegt darin, die Persönlichkeit zu stärken, indem Möglichkeiten zu Aus- und Weiterbildungen sowie gute Rahmenbedingungen für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf bestehen. Insofern sind wir mit schulergänzenden Tagesstrukturen, Beratungsstellen und Bildungsangeboten auf gutem Weg. Was sich verbessern müsste, ist die Lohngleichheit. Frauen sind oft weniger informiert, welche Arbeit wie entschädigt wird und sie sind weniger verhandlungserfahren. Deshalb sollten sie leichten Zugang zu Lohn-Informationen haben und in Verhandlungskompetenz geschult werden. Wir alle können in unserem direkten Umfeld Frauen fördern: Zum Beispiel die Arbeitskollegin ermutigen, einen Karriereschritt zu wagen. Es braucht auf jeder Ebene Loyalität. Unternehmen, die Gleichstellung als Selbstverständlichkeit leben, sollten dafür ausgezeichnet werden. Als Mann hätte ich es in meinem Amt nicht leichter gehabt. Ich konnte umfangreiche Ausbildungen absolvieren, welche die eigene Position stärken.»
10/15 Ingrid Markart-Kaufmann, Gemeinderätin, Oberuzwil: «Die Förderung der Frau liegt darin, die Persönlichkeit zu stärken, indem Möglichkeiten zu Aus- und Weiterbildungen sowie gute Rahmenbedingungen für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf bestehen. Insofern sind wir mit schulergänzenden Tagesstrukturen, Beratungsstellen und Bildungsangeboten auf gutem Weg. Was sich verbessern müsste, ist die Lohngleichheit. Frauen sind oft weniger informiert, welche Arbeit wie entschädigt wird und sie sind weniger verhandlungserfahren. Deshalb sollten sie leichten Zugang zu Lohn-Informationen haben und in Verhandlungskompetenz geschult werden. Wir alle können in unserem direkten Umfeld Frauen fördern: Zum Beispiel die Arbeitskollegin ermutigen, einen Karriereschritt zu wagen. Es braucht auf jeder Ebene Loyalität. Unternehmen, die Gleichstellung als Selbstverständlichkeit leben, sollten dafür ausgezeichnet werden. Als Mann hätte ich es in meinem Amt nicht leichter gehabt. Ich konnte umfangreiche Ausbildungen absolvieren, welche die eigene Position stärken.»
Imelda Stadler, Gemeindepräsidentin, Lütisburg:
«In der Gesellschaft sind die Frauen zwar akzeptiert, jedoch oft weniger gut vernetzt als die Männer. Vor allem fehlt meist die Vernetzung zu männlich dominierten Gremien. Frauen unter sich vernetzen sich in der Regel gut. In der letzten Zeit haben die Frauen in der Politik aufgeholt, doch sie dürfen nicht locker lassen. Die Lohngleichheit muss in allen Sparten verbessert respektive umgesetzt werden. Bei den Lehrpersonen zum Beispiel ist das seit Jahrzehnten selbstverständlich. Wenn Frauen die totale Gleichberechtigung wollen, muss unter anderem auch das AHV-Alter gleich hoch angesetzt sein wie bei den Männern. Und Frauen müssen sich auch engagieren. Sie müssen mutig sein, sich trauen und bereit sein, vorne hinzustehen, auch wenn es manchmal kein Spaziergang ist. In meinem Amt hätte ich es als Mann zu Beginn sicher leichter gehabt. Die Frau wird sehr viel kritischer durchleuchtet als ein Mann an derselben Stelle. Äusserlichkeiten spielen bei Frauen eine grössere Rolle. Frau darf sich aber nicht unterkriegen lassen.»
11/15 Imelda Stadler, Gemeindepräsidentin, Lütisburg: «In der Gesellschaft sind die Frauen zwar akzeptiert, jedoch oft weniger gut vernetzt als die Männer. Vor allem fehlt meist die Vernetzung zu männlich dominierten Gremien. Frauen unter sich vernetzen sich in der Regel gut. In der letzten Zeit haben die Frauen in der Politik aufgeholt, doch sie dürfen nicht locker lassen. Die Lohngleichheit muss in allen Sparten verbessert respektive umgesetzt werden. Bei den Lehrpersonen zum Beispiel ist das seit Jahrzehnten selbstverständlich. Wenn Frauen die totale Gleichberechtigung wollen, muss unter anderem auch das AHV-Alter gleich hoch angesetzt sein wie bei den Männern. Und Frauen müssen sich auch engagieren. Sie müssen mutig sein, sich trauen und bereit sein, vorne hinzustehen, auch wenn es manchmal kein Spaziergang ist. In meinem Amt hätte ich es als Mann zu Beginn sicher leichter gehabt. Die Frau wird sehr viel kritischer durchleuchtet als ein Mann an derselben Stelle. Äusserlichkeiten spielen bei Frauen eine grössere Rolle. Frau darf sich aber nicht unterkriegen lassen.»
Heidi Eglauf, Gildenrätin Wiler Tüüfelsgilde 1595:
«Die Gilde der Wiler Tüüfel war lange ein traditioneller Männerverein. Es bedurfte des Mutes, einiger Frauen, diese Strukturen aufzubrechen. Heute profitiert der Verein von einer ausgewogenen Anzahl an Frauen und Männern. Sie respektieren die Tradition, agieren aber fortschrittlich. Als erste Frau im Gildenrat hatte ich nie das Gefühl, meine Argumente und Sichtweisen hätten weniger Gewicht als die der Männer. Ich bin überzeugt, dass wenn wir Frauen gehört werden möchten, müssen wir raus aus der kuscheligen Wohlfühlzone und den Mut aufweisen, eine eigene Meinung zu haben. Dies mag nicht immer allen gefallen, bringt jedoch oft eine zusätzliche Sichtweise in eine Diskussion ein. Sind wir dann noch dazu in der Lage, unsere Argumente mit einer Prise Humor einzubringen und nicht als Belehrung, bin ich überzeugt, öffnet uns das viele Türen.»
12/15 Heidi Eglauf, Gildenrätin Wiler Tüüfelsgilde 1595: «Die Gilde der Wiler Tüüfel war lange ein traditioneller Männerverein. Es bedurfte des Mutes, einiger Frauen, diese Strukturen aufzubrechen. Heute profitiert der Verein von einer ausgewogenen Anzahl an Frauen und Männern. Sie respektieren die Tradition, agieren aber fortschrittlich. Als erste Frau im Gildenrat hatte ich nie das Gefühl, meine Argumente und Sichtweisen hätten weniger Gewicht als die der Männer. Ich bin überzeugt, dass wenn wir Frauen gehört werden möchten, müssen wir raus aus der kuscheligen Wohlfühlzone und den Mut aufweisen, eine eigene Meinung zu haben. Dies mag nicht immer allen gefallen, bringt jedoch oft eine zusätzliche Sichtweise in eine Diskussion ein. Sind wir dann noch dazu in der Lage, unsere Argumente mit einer Prise Humor einzubringen und nicht als Belehrung, bin ich überzeugt, öffnet uns das viele Türen.»
Caroline Bartholet
13/15 Caroline Bartholet
Caroline Bartholet, Gemeindepräsidentin, Niederbüren: 
«Grundsätzlich haben Frauen heute dieselben Möglichkeiten wie Männer. Trotzdem kommen immer wieder Fragen auf wie: Kann eine Frau das oder wer schaut auf die Kinder? Das Geschlecht sollte keine Rolle mehr spielen, sei es in der Politik oder in der Wirtschaft. Die Persönlichkeit und die Fähigkeiten sollten zentral sein. Die Vereinbarkeit von Beruf und Familie sollte selbstverständlicher werden und partnerschaftlich zwischen Frau und Mann gelöst werden. Dazu braucht es mehr mutige Frauen, die vorleben und zeigen, dass eine Frau dieselben Möglichkeiten wie ein Mann hat. Die sich trauen, auch Führungspositionen in der Wirtschaft oder Politik zu übernehmen. Damit dies möglich ist, muss die Vereinbarkeit von Familie und Beruf selbstverständlicher und einfacher sein, dazu braucht es flexiblere Arbeitsmodelle und Kinderbetreuungsmöglichkeiten. Persönlich habe ich nie Nachteile als Frau in meiner beruflichen oder politischen Arbeit erfahren. Männern fällt es bestimmt leichter, Netzwerke zu bilden als uns Frauen. Diese Netzwerke fehlen uns oftmals für einen weiteren Karriereschritt.»
14/15 Caroline Bartholet, Gemeindepräsidentin, Niederbüren: «Grundsätzlich haben Frauen heute dieselben Möglichkeiten wie Männer. Trotzdem kommen immer wieder Fragen auf wie: Kann eine Frau das oder wer schaut auf die Kinder? Das Geschlecht sollte keine Rolle mehr spielen, sei es in der Politik oder in der Wirtschaft. Die Persönlichkeit und die Fähigkeiten sollten zentral sein. Die Vereinbarkeit von Beruf und Familie sollte selbstverständlicher werden und partnerschaftlich zwischen Frau und Mann gelöst werden. Dazu braucht es mehr mutige Frauen, die vorleben und zeigen, dass eine Frau dieselben Möglichkeiten wie ein Mann hat. Die sich trauen, auch Führungspositionen in der Wirtschaft oder Politik zu übernehmen. Damit dies möglich ist, muss die Vereinbarkeit von Familie und Beruf selbstverständlicher und einfacher sein, dazu braucht es flexiblere Arbeitsmodelle und Kinderbetreuungsmöglichkeiten. Persönlich habe ich nie Nachteile als Frau in meiner beruflichen oder politischen Arbeit erfahren. Männern fällt es bestimmt leichter, Netzwerke zu bilden als uns Frauen. Diese Netzwerke fehlen uns oftmals für einen weiteren Karriereschritt.»
Bettina Scheiflinger, Autorin aus Wil:
«Es war ein normaler Vormittag im Patriarchat, den ich damit verbracht hatte, perfekte Frauenkörper auf Instagram zu bewundern. Ich beschloss, joggen zu gehen. Nicht sehr lang, bis ich zu einem Hügel kam, auf dem eine riesige Baustelle thronte. Im festen Glauben, ein Weg führe an den Baggern vorbei und ins Quartier dahinter, mühte ich mich den Hügel hoch. Oben ein paar Männer, schräge Blicke, hier ging es nicht weiter. Ich drehte mich um, da erdreistete es sich in meinem Rücken: Wa wött d’Muetter do!? Was die Mutter will? Genügend und gleiche Elternzeit. Quoten. Gleichen Lohn. Gratis Verhütungsmittel. Aufwertung von Care-Arbeit. Stärkung der Frauenhäuser. Keine sexualisierte Werbung. Die Liste ist lang. Die Mutter will alles.»
15/15 Bettina Scheiflinger, Autorin aus Wil: «Es war ein normaler Vormittag im Patriarchat, den ich damit verbracht hatte, perfekte Frauenkörper auf Instagram zu bewundern. Ich beschloss, joggen zu gehen. Nicht sehr lang, bis ich zu einem Hügel kam, auf dem eine riesige Baustelle thronte. Im festen Glauben, ein Weg führe an den Baggern vorbei und ins Quartier dahinter, mühte ich mich den Hügel hoch. Oben ein paar Männer, schräge Blicke, hier ging es nicht weiter. Ich drehte mich um, da erdreistete es sich in meinem Rücken: Wa wött d’Muetter do!? Was die Mutter will? Genügend und gleiche Elternzeit. Quoten. Gleichen Lohn. Gratis Verhütungsmittel. Aufwertung von Care-Arbeit. Stärkung der Frauenhäuser. Keine sexualisierte Werbung. Die Liste ist lang. Die Mutter will alles.»
09.03.2020 08:45

Als Lehrerinnen nicht heiraten durften und «Frau» nichts besass

Erfindungen wurden unter dem Namen ihres Mannes patentiert und eine Arbeit ausser Haus war unmöglich. In den letzten Jahren hat sich das Rollenbild der Frau stark gewandelt. Doch was hat der Kampf um Gleichberechtigung tatsächlich gebracht? Kurz vor dem «Tag der Frau» wird Bilanz gezogen.

Region Lange Zeit mussten Mädchen froh sein, wenn sie eine höhere Schule besuchen durften. Bis zu Beginn der 1960er Jahre durften Frauen zudem keine Postlehre absolvieren und bis 1962 durften Lehrerinnen im Kanton Zürich nicht heiraten. Bis 1988 war nach Schweizer Eherecht der Ehemann das Familienoberhaupt, was ihm das Recht gab, das Vermögen allein zu verwalten. Diese Zeiten sind heute vorbei. Seit 1909 wird, als Folge zahlreicher Streiks von Textilarbeiterinnen in den USA, der «Tag der Frau» gefeiert. Denn eines ist klar: Frauen leisten längst Hervorragendes. Sie sind immer mehr in Führungspositionen vertreten, setzen sich politisch ein, machen sich selbständig und stehen zu ihrer Meinung. Fast unglaublich, wenn man bedenkt, dass bis ins 19. Jahrhundert alles, was die Frau besass, Eigentum des Mannes war. Der Welttag sollte den Forderungen von Frauen mehr Nachdruck verleihen. Mit Erfolg. In vielen Punkten hat sich das Leben der Frau zum Positiven verändert. Vier starke Frauen sagen, welche Fortschritte sie sehen und wo Verbesserungspotenzial liegt.